Was ist neu
Der Togg T10X kommt zur IAA Mobility nach München und tritt dort als eines der Debütmodelle der Marke für den deutschen Markt auf. Der türkische Hersteller, der seine Fahrzeuge bislang im Heimatmarkt verkauft, will dort den Deutschlandstart für 2026 ankündigen. Im Mittelpunkt steht der elektrische SUV T10X, der als türkische Alternative zum Volkswagen ID.4 beschrieben wird.
In der Türkei ist das Auto bereits bekannt, denn Togg präsentierte sein erstes Fahrzeug 2022 und hat seitdem rund 60.000 Exemplare des elektrischen SUV verkauft. Außer Landes war die Marke bislang aber nicht unterwegs. Die Fahrt eines dunkelblauen T10X mit türkischen Kennzeichen über den Balkan, durch Österreich und nach Bayern wurde damit zur Vorschau auf den Schritt auf die größere europäische Bühne.
Für den deutschen Start plant Togg nicht nur ein Modell. Neben dem T10X soll auch die Limousine T10F kommen, die die gleiche Technik nutzt und auf Modelle wie den Volkswagen ID.7 zielt. Damit gehören zwei Fahrzeuge zum deutschen Plan, auch wenn der SUV, der von Gemlik nach München fuhr, klar im Zentrum steht.
- Togg T10X: elektrischer SUV, im Text mit dem Volkswagen ID.4 verglichen.
- Togg T10F: Limousine mit gleicher Technik, im Umfeld des Volkswagen ID.7 genannt.
- IAA Mobility in München: Schauplatz der Ankündigung für den deutschen Markt.
Technik und Daten
Technisch setzt der T10X auf einen Elektroantrieb mit einem oder zwei Bosch-Motoren. Genannt werden 160 kW/218 PS sowie zwei Akkugrößen mit 52,4 kWh und 88,5 kWh. Die lange Fahrt wurde mit der AWD-Version und dem größeren Akku absolviert, der auf dem Papier bis zu 523 km Normreichweite bietet.
Im Alltag der Reise durch Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich lagen die Etappen zwischen den Ladestopps niedriger. Der Akku mit 88,5 kWh reichte auf dieser Route selten für mehr als 400 km. In der Türkei kann der T10X an Toggs eigenem Ladenetz mit bis zu 180 kW Energie aufnehmen, unterwegs wurde außerdem eine 200-kW-Säule am Stahlwerk Smederevo in Serbien erwähnt.
Zahlen aus der Fahrt
Die Allradversion kommt zusammen auf 700 Nm Drehmoment. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 4,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h. Diese Leistung half beim Überholen auf unübersichtlichen Nebenstraßen in Bulgarien und auf der Rossfeld Panoramastraße, auch wenn große Teile der Balkanroute keine hohen Geschwindigkeiten zuließen.
Die Karosserie misst 4,60 Meter in der Länge, der Radstand beträgt 2,90 Meter. Der Innenraum bietet laut Fahrbericht auf allen Plätzen eher ausreichend als üppig Platz. Der Kofferraum fasst 441 bis 1515 Liter, einen Frunk gibt es, wie bei den genannten Volkswagen-Modellen, nicht.
| Parameter | Wert |
|---|
| Leistung | 160 kW/218 PS |
| Akkus | 52,4 oder 88,5 kWh |
| Normreichweite | bis 523 km |
| Laden | bis 180 kW im Togg-Netz in der Türkei |
| Drehmoment AWD | 700 Nm |
| 0-100 km/h | 4,8 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 185 km/h |
| Kofferraum | 441-1515 Liter |
Im Innenraum betont Togg die digitale Seite des Projekts. Ein Bildschirm zieht sich über die gesamte Breite des Cockpits, außerdem kann das System eine türkische Flagge anzeigen, die digital im Fahrtwind flattert. Togg spricht lieber von einem „Smart Device“ als von einem klassischen Automobil, weshalb es an Bord eine eigene Währung, ein branchenübergreifendes Bonussystem und einen Webstore gibt, über den man aus dem Auto heraus Flüge buchen, Strom kaufen oder Steuern zahlen kann.
Gleichzeitig ist nicht alles auf Bildschirmwirkung ausgelegt. Blendet man die digitalen Zugaben aus, wirkt der T10X als sehr konventioneller SUV, der traditionellen Herstellern wie Volkswagen nähersteht als Tesla oder chinesischen Newcomern. Fahrwerk und Lenkung werden nicht als besonders feinfühlig oder präzise beschrieben, machen sich auf der Langstrecke aber gut, und die Fahrprofile bringen auf kurvigen Abschnitten des Balkans etwas Abwechslung.
Märkte, Preise und Verfügbarkeit
Die öffentliche Ankündigung des Deutschlandstarts soll Anfang September auf der IAA Mobility in München erfolgen. Der ernsthafte Export ist für das folgende Jahr geplant, also für 2026. Bislang war Togg vor allem in der Türkei aktiv, wo die Marke auch ein eigenes Ladenetz aufgebaut hat, das im Text mit Teslas Vorgehen verglichen wird.
Die Preise beginnen in der Türkei bei umgerechnet etwa 41.000 Euro. Deutsche Preise, Ausstattungsstufen und ein genauer Verkaufstag werden nicht genannt. Bekannt ist aber, dass das Werk in Gemlik am Bosporus auf bis zu 175.000 Autos pro Jahr ausgelegt ist.
Der Weg nach München
Die Fahrt zur IAA begann im Werk Gemlik und führte über Istanbul nach Edirne an der Grenze zu Bulgarien. Danach ging es durch Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich, bevor der Wagen im Berchtesgadener Land nach Deutschland kam. Insgesamt umfasste die Strecke rund 2000 km und dauerte drei Tage.
In Deutschland rollte der SUV hinter Salzburg zum ersten Mal auf die Autobahn und weiter in Richtung Messe München. Unterwegs erntete er erkennbare Blicke bei Menschen mit türkischen Wurzeln in Bayern, etwa an der Ladesäule am Irschenberg, beim Stopp am Siegestor in Schwabing und vor dem IAA-Hauptportal. Das ist Teil des Marktumfelds, denn Togg trifft nicht nur auf Neugier gegenüber einem neuen Hersteller, sondern auch auf eine emotionale Verbindung mancher Kunden zu einem Auto aus der Türkei.
Fazit
Der T10X kommt als solide ausgelegter Elektro-SUV mit großem Akku, schneller Ladefähigkeit und kräftiger Allradversion nach Deutschland. Sein Profil entsteht aus der Mischung aus vertrautem Fahrverhalten, breitem digitalem Ökosystem und dem geplanten Verkaufsstart im Jahr 2026.