Was ist neu
Das Smart #2 Concept zeigt nach seiner Europapremiere in Rom die Rückkehr der Marke zu einem ultrakompakten, zweisitzigen Stadtauto. Smart hat bereits die Richtung für Innenraum und Technik gezeigt, das Serienmodell soll im Oktober 2026 auf der Paris Motor Show vorgestellt werden. Damit setzt sich der #2 deutlich von der aktuellen Modellpalette mit #1, #3 und #5 ab, also größeren Fahrzeugen, die viele Kunden nicht mit dem früheren Fortwo verbinden.
Smart-Deutschlandchef Florian Nemitz sagt, der #2 treffe genau das, was viele Kundinnen und Kunden mit Smart verbinden. Zugleich räumt er ein, dass der Fortwo kein wirtschaftlicher Erfolg war, betont aber seine starke Wirkung bei den Kunden und die emotionale Bindung an die Marke. „Der Geist des Fortwo hat immer weitergelebt“, sagt Nemitz, und genau daran soll der #2 anknüpfen.
Die aktuellen Smart-Modelle sollten dem Joint Venture von Mercedes und Geely helfen, die Marke neu aufzustellen und wirtschaftlich erfolgreicher zu machen. In Europa und besonders in Deutschland ist daraus bislang keine breite Erfolgsgeschichte geworden, weil viele Käufer weiterhin mit großen SUVs und SUV-Coupés fremdeln, wenn sie an Smart denken. Die Zulassungszahlen zeigen die Größenordnung: In den ersten fünf Monaten des Jahres kam Smart in Deutschland auf 3284 Neuzulassungen, ein Plus von fast 104 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, aber weiterhin ein kleiner Umfang.
- Smart #1, #3 und #5 bilden die aktuelle Palette größerer Modelle.
- Der #2 kehrt zum ultrakompakten, zweisitzigen Stadtauto zurück.
- In Deutschland fahren noch immer mehr als 300.000 zweisitzige Smart.
- In Italien wurden mehr als 600.000 Smart Fortwo verkauft.
Technik und Daten
Die Basis des #2 ist eine neue Plattform mit dem Namen Electric Compact Architecture, kurz ECA, die eigens für dieses Modell entwickelt wurde. Smart-Europachef Wolfgang Ufer sieht darin ein Zeichen für das Vertrauen in die Marke und in das Projekt. Nemitz ergänzt, die neue Plattform biete eine andere wirtschaftliche Perspektive, ohne die das Projekt am Ende keine Freigabe erhalten hätte.
Mit der ECA lassen sich Radstände von 1,87 bis 2,5 Meter realisieren, was Spielraum für weitere Ableger wie ein Cabrio oder einen #4 lässt. Das aktuelle Concept ist 2,79 Meter lang und bleibt damit bei den Abmessungen ein klassisches Stadtfahrzeug. Im Innenraum gibt es Platz für zwei Erwachsene, die auf einer durchgehenden Sitzbank sitzen.
Die Fahrerin oder der Fahrer blickt auf ein Cockpit nach dem S-Form-Prinzip. Die Designer wollen mit der durchgehenden Sitzbank ein Gefühl von gemeinsamem Raum und Praktikabilität schaffen, außerdem dürfte der Innenraum mit verschiedenen Lichtelementen inszeniert werden. Zu Details dieser Lichtgestaltung und zur vollständigen Innenraumausstattung äußert sich Smart noch nicht.
Der Akku hat eine Kapazität von 35,7 kWh. Smart strebt eine Reichweite von rund 300 Kilometern an, womit laut Nemitz nicht nur urbane Mobilität abgedeckt werden soll, sondern auch der Pendlerverkehr. An einem DC-Lader soll sich die Batterie von 10 auf 80 Prozent in weniger als 20 Minuten mit Energie befüllen lassen.
| Parameter | Wert |
|---|
| Sitzplätze | 2 |
| Länge | 2,79 m |
| Akku | 35,7 kWh |
| Reichweite | rund 300 km |
| Laden 10-80% | weniger als 20 Minuten an DC |
| Plattform | Electric Compact Architecture |
Die Sicherheit steht bei einem so kleinen Fahrzeug zwangsläufig im Fokus. Die aus dem Fortwo bekannte Tridion-Zelle wurde weiterentwickelt und auf die nächste Generation dieses ultrakompakten Zweisitzers übertragen. Noch nicht genannt werden Motorleistung, Fahrleistungen, Gewicht, Kofferraumvolumen und die vollständigen Ladedaten.
Märkte, Preise und Verfügbarkeit
Die Europapremiere des Concepts fand in Rom statt, was eng mit der Geschichte der Marke verbunden ist. Italien war einst der wichtigste Markt für Smart, und dort wurden mehr als 600.000 Einheiten des Fortwo verkauft. Bis heute prägt der Fortwo das Stadtbild von Rom mit, weshalb die italienische Hauptstadt als Bühne für das #2 Concept nahelag.
Der nächste zentrale Termin ist die Vorstellung des Serienmodells im Oktober 2026 auf der Paris Motor Show. Der Markteintritt ist für die erste Jahreshälfte des folgenden Jahres vorgesehen, der Bildhinweis nennt 2027 als Jahr, in dem der Smart #2 auf den Markt kommt. Preise, Ausstattungslinien und eine genaue Länderliste wurden noch nicht veröffentlicht.
Smart setzt auf die Verbundenheit der Kundschaft mit dem zweisitzigen Konzept. In Deutschland sind noch immer mehr als 300.000 Smart-Zweisitzer unterwegs, also eine große Gruppe von Fahrern, die dieses Fahrzeugformat kennen. Nemitz geht davon aus, dass der #2 den Kunden nicht so stark erklärt werden muss, weil sein Konzept dem entspricht, was viele von Smart erwarten.
Noch vor dem Start des #2 will Smart in Deutschland in diesem Jahr deutlich wachsen. Ziel ist eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreswert von 4726 Fahrzeugen. Nemitz hält das für ambitioniert, aber erreichbar, und verweist auf die Nachfrage nach dem #5 sowie auf einen hohen Auftragsbestand, der nun abgearbeitet werde und sich anschließend in den Zulassungszahlen zeigen solle.
Der Deutschlandchef räumt zudem ein, dass die bisherigen Modelle erklärungsbedürftig waren. Beim Start eines neuen Autos verbindet nicht jeder einen #1 sofort optisch mit Smart, weshalb die Marke mit ihrem Netzwerk an diesem Verständnis arbeiten musste. Beim #5 sieht Smart dagegen, dass er zwar kein klassischer Smart ist, aber ein Segment trifft, das positiv auf #1 und #3 abstrahlt.
Fazit
Der Smart #2 hat einen deutlich direkteren Bezug zur Markengeschichte als die größeren SUVs der aktuellen Palette. Wenn das Serienmodell die Länge unter 2,80 Meter, den zweisitzigen Innenraum, den 35,7-kWh-Akku und das schnelle DC-Laden beibehält, wird es die klarste Rückkehr zur Fortwo-Idee seit der Neuausrichtung von Smart.