Was ist neu
Ein voll funktionsfähiger elektrischer Lexus-LFA-Prototyp ist überraschend beim Goodwood Festival of Speed aufgetaucht, und das Auto könnte als drittes Mitglied der neuen Supersportwagen-Familie von Toyota in Serie gehen. Nach dem Toyota GR GT mit V8 für die Straße und dem GT GT3 für den Rennsport, die im Vorjahr debütierten, zeichnet sich nun eine batterieelektrische Lexus-Variante ab. Damit würde der geistige Nachfolger des LFA die Geschichte des hochdrehenden V10 nicht fortsetzen.
Die starke Tarnung konnte die Nähe des Prototyps zur früheren Studie nicht verbergen. Das Auto behält die sehr lange Frontpartie, die aggressive Haltung und die aufrechten Scheinwerfer bei, die beim Prototyp hinter klaren Abdeckungen sitzen, statt wie beim ursprünglichen Konzept offen ausgeführt zu sein. Außerdem trägt der Wagen Polycarbonat-Scheiben, wobei davon auszugehen ist, dass sie in der Serienversion durch Glas ersetzt werden.
Die größte Änderung betrifft den Antrieb. Der frühere LFA wurde stark mit seinem V10-Motor verbunden, während das neue Modell einen batterieelektrischen Antrieb erhalten soll. Das dürfte die Fahrleistungen deutlich steigern, offen bleibt aber, wie Lexus den Charakter und die Dramatik vermittelt, die von einem Auto mit dieser Bezeichnung erwartet werden.
- der Prototyp wurde beim Goodwood Festival of Speed gezeigt,
- das Auto gilt als geistiger Nachfolger des Lexus LFA,
- der V10 wird durch ein batterieelektrisches System ersetzt,
- die Grundstruktur soll eng mit dem Toyota GR GT verwandt sein.
Technik und Daten
Struktur, Gewicht und Batterie
Unter der Karosserie soll der neue Lexus viele Lösungen mit dem Toyota GR GT teilen. Berichten zufolge werden beide Fahrzeuge den Großteil ihrer Kernstruktur gemeinsam nutzen. Anders als der frühere LFA, der eine teure Wanne aus Kohlefaser verwendete, soll das elektrische Modell eine Aluminiumstruktur bekommen.
Diese Entscheidung kann sich auf das Gewicht auswirken. Der Toyota GR GT mit V8 wiegt bereits rund 1750 kg, und der elektrische Lexus dürfte schwerer werden, weil sein batterieelektrischer Antrieb deutlich mehr Masse mitbringt als das Verbrennungssystem des Toyota. Der Ruf des ersten LFA als leichter Supersportwagen dürfte daher nicht in gleicher Form wiederholt werden.
Das Auto könnte außerdem als Versuchsträger für Toyotas Festkörperbatterien dienen. Das Unternehmen sagt, diese Technik sei der tauglichen Großserienproduktion sehr nahe und solle bereits 2028 eingesetzt werden. Es besteht eine gute Chance, dass sie unter einem künftigen Lexus-Supersportwagen auf Basis dieses Konzepts steckt.
Festkörperbatterien sollen eine höhere Energiedichte, eine gleichmäßigere Leistung über einen größeren Temperaturbereich und mehr Stabilität bei einem Unfall bieten. Die neuen Batterien sollen außerdem das Gewicht senken und die Reichweite künftiger Elektroautos erhöhen. Angaben zu Batteriekapazität, Leistung, Reichweite, Ladezeit oder Beschleunigung werden nicht genannt.
Innenraum und Fahrerlebnis
Lexus arbeitet an künstlich ergänztem Motorsound und simulierten Gangwechseln, um in Elektrofahrzeugen mehr Einbindung des Fahrers zu schaffen. In diesem Zusammenhang ist ein V10-Klang nicht völlig ausgeschlossen, er käme diesmal aber aus Yamaha-Lautsprechern. Das wäre ein klarer Unterschied zum früheren LFA, bei dem der Klang von einem gemeinsam mit Yamaha abgestimmten Verbrennungsmotor erzeugt wurde.
Der Innenraum, der 2025 auf der Japan Mobility Show zu sehen war, zeigte eine Designsprache und ein Touchscreen-System, die künftig in Lexus-Modelle übernommen werden sollen. Im Mittelpunkt steht eine digitale Schnittstelle mit drei Anzeigeflächen, die Fahrfunktionen sowohl darstellt als auch bedient. Lexus untersucht zudem eine Trennung der Fahrer- und Beifahrererlebnisse, darunter eine andere Farbgebung im Fahrerbereich und ein zum Fahrer gebogenes Armaturenbrett.
Diese Ausrichtung des Cockpits ist für die Marke nicht völlig neu. Eine ähnliche Lösung kam bereits im LC Coupé zum Einsatz, das 2024 in Großbritannien aus dem Verkauf genommen wurde. Im LFA wäre die Anordnung jedoch Teil eines breiteren Ansatzes, bei dem Anzeigen, Klang und Bedienung den Charakter des Autos ohne Verbrennungsmotor prägen sollen.
Märkte, Preise und Verfügbarkeit
Lexus hat noch keinen konkreten Termin für die Präsentation des Serienautos genannt. Es wird jedoch erwartet, dass die Existenz eines fahrfähigen Prototyps ein vollständiges Debüt schon 2027 möglich macht. Das bleibt eine Einschätzung der Redaktion, denn der Hersteller hat weder Tag noch Monat noch einen offiziellen Zeitplan veröffentlicht.
Die Produktion könnte durch Kapazitäten begrenzt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass dies besonders wichtig werden könnte, falls der Toyota GR GT mit V8 stärker nachgefragt wird als lieferbar. Genannt werden weder Preis, Märkte, geplante Stückzahl, Ausstattungsversionen noch direkte Wettbewerber.
Den nächsten Rahmen bildet Toyotas neue Supersportwagen-Familie. Sie besteht aus dem straßenzugelassenen GR GT, dem Rennwagen GT GT3 und dem geplanten elektrischen Lexus. In dieser Aufstellung wäre der LFA das batterieelektrische Gegenstück zu den Verbrennungs- und Rennmodellen, mit eigenem Charakter und anderem Antriebskonzept.
Fazit
Der neue Lexus LFA deutet eine deutlich andere Auslegung dieses Namens an, weil elektrischer Antrieb und eine mit dem Toyota GR GT verwandte Struktur die V10-Formel ersetzen. Entscheidend werden das Gewicht, der mögliche Einsatz von Festkörperbatterien und die Frage, ob ergänzter Sound und simulierte Gangwechsel den mechanischen Charakter des Vorgängers ersetzen können.