Was ist neu
Der elektrische BMW M3 soll 2027 vorgestellt werden, und der jüngste Prototyp auf dem Nürburgring zeigt, dass die lokal emissionsfreie Version viele Merkmale der M-Baureihe behalten wird. Frank Van Meel, Chef von BMW M, hat bestätigt, dass das Elektroauto den Namen M3 tragen wird. Der getarnte Testwagen zeigt breitere Radhäuser, größere Räder, stärkere Bremsen und ein deutlich ausgeformtes Heck.
Vorn ist der obere Grill geschlossen, weil dahinter kein Verbrennungsmotor gekühlt werden muss. Im unteren Lufteinlass ist nach dem Entfernen eines Teils der Tarnung ein zentraler Steg zu sehen, der an den aktuellen M5 erinnert. Der Benziner der nächsten M3-Generation dürfte in diesem Bereich mehr Luftdurchsatz benötigen, während der elektrische Prototyp eine andere Gewichtung von Kühlung und Aerodynamik zeigt.
An den Seiten fallen die kräftigen Radhäuser auf, während der Luftauslass im vorderen Kotflügel, der seit der E46-Generation zum M3-Bild gehört, nicht sichtbar ist. Die Motorhaube besitzt einen Luftauslass, der eher aerodynamischen Zwecken als der Kühlung dienen dürfte. Auch das bekannte doppelt gewölbte Dach aus Kohlefaser bleibt erhalten und verbindet die neue Variante optisch mit früheren M3-Modellen.
Am Heck ist erstmals ein stark hervortretender Diffusor unter dem Stoßfänger zu erkennen. Auf dem Kofferraumdeckel sitzt ein kleiner Spoiler, darunter wirken die seriennahen Rückleuchten unverändert gegenüber dem normalen i3. Das Serienauto soll gegenüber dem M Concept Neue Klasse zurückhaltender auftreten, doch die breiten Proportionen, klaren Linien und muskulösen Radhäuser sind bereits am Prototyp zu sehen.
- Breitere Radhäuser und größere Räder.
- Stärkere Bremsen und ein aggressiv geformter Heckdiffusor.
- Geschlossener oberer Grill bei der Elektroversion.
- Doppelt gewölbtes Kohlefaserdach.
- Kein sichtbarer Luftauslass im vorderen Kotflügel am aktuellen Prototyp.
Technik und Daten
Elektroantrieb und Momentverteilung
Die wichtigste technische Änderung ist ein Layout mit vier Motoren, je einem pro Rad. BMW nennt das System M eDrive, gesteuert wird es von der Software BMW M Dynamic Performance Control im Rechner Heart of Joy. Früher wurde für diesen Viermotoren-Antrieb eine mögliche Leistung von bis zu 1.341 PS genannt, also ein Megawatt, doch für das Serienauto wird deutlich weniger erwartet.
Ein realistischer Bereich liegt voraussichtlich eher bei rund 650 bis 750 PS, womit dieser Wagen dennoch der stärkste M3 der Geschichte wäre. Jede Achse soll denselben Aufbau erhalten, mit zwei symmetrisch montierten Motoren und eigenen integrierten Getrieben. Die Getriebe werden einstufig ausgelegt, weil ein Zweigangsystem wie im Porsche Taycan angesichts des Arbeitsbereichs der Elektromotoren als nicht nötig bewertet wurde.
Der Viermotoren-Antrieb erlaubt eine sehr genaue Verteilung der Antriebskraft auf jedes einzelne Rad und damit echtes Torque Vectoring. Die Vorderachse kann außerdem entkoppelt werden, um dem Auto den Charakter eines Hecktrieblers zu geben oder auf längeren Strecken die Effizienz zu verbessern. BMW arbeitet zudem daran, hohe Leistung auch bei sinkendem Batteriestand zu halten, denn dauerhaft hohe Last auf der Rennstrecke zählt zu den schwierigen Aufgaben für elektrische Performance-Autos.
Batterie, Innenraum und Klang
Der Wagen nutzt Technik, die mit den neuen iX3, i3 und iX5 verwandt ist, erhält im Unterschied zu diesen Modellen aber vier unabhängige Motoren. Die Batterie soll mehr als 100 kWh bieten und eine spezielle Version der zylindrischen BMW-Zellen der sechsten Generation verwenden, abgestimmt auf den hohen Leistungsbedarf des Viermotoren-Systems. Angaben zu Reichweite, Ladezeiten und Beschleunigung gibt es noch nicht.
| Parameter | Wert |
|---|
| Antrieb | Vier Elektromotoren, einer pro Rad |
| Leistung des Prototyp-Antriebs | Bis zu 1.341 PS |
| Erwartete Leistung | Etwa 650 bis 750 PS |
| Batterie | Mehr als 100 kWh |
| Getriebe | Einstufig, in die Motoren integriert |
Im Innenraum kommt das Panoramic-iDrive-Layout der neuen 3er-Reihe zum Einsatz, das klassische Instrumente durch ein konfigurierbares Anzeigeband am unteren Rand der Frontscheibe ersetzt. Im M3 soll es Daten wie Rundenzeiten, Temperaturen und Querbeschleunigung anzeigen. Das Konzeptauto hatte einen roten Wählhebel, rote Schaltwippen und M-Tasten am Lenkrad, während die Elektroversion ein virtuelles Getriebe nach einem ähnlichen Prinzip wie AMG GT 4-Door und Hyundai Ioniq 6 N erhalten soll.
BMW entwickelt außerdem einen synthetischen Antriebsklang für kommende elektrische M-Modelle. Bei der Arbeit daran wurden unter anderem E92 M3, F82 M4 GTS und ein E63 M6 Convertible mit V10-Motor aufgenommen und analysiert. Der Klang wird über die Lautsprecher im Innenraum ausgegeben, und eine frühe Vorführung deutete darauf hin, dass Fahrer zwischen verschiedenen Klangprofilen wählen könnten.
Märkte, Preise und Verfügbarkeit
Premiere und Verkaufsstart
Nach dem Start der normalen Neue-Klasse-3er-Reihe im späteren Jahresverlauf sollen die Benzin- und Elektroversionen des nächsten M3 im Jahr 2027 vorgestellt werden. Der Verkauf soll 2028 beginnen. Preise, Märkte, Reichweite, Ladezeiten und endgültige Fahrleistungen der Serienversion wurden noch nicht genannt.
Parallel zum Elektroauto entsteht auch ein M3 mit Reihensechszylinder und einem gewissen Maß an Hybrid-Unterstützung. BMW hat nicht bestätigt, ob der bekannte S58, der B58 oder ein neuer Motor verwendet wird. Ein Plug-in-Hybrid wie im jüngsten M5 ist nicht vorgesehen, weil Mildhybrid-Technik helfen soll, die Emissionsziele ohne großen elektrischen Fahranteil zu erfüllen.
BMW führt beim S58-Sechszylinder die Technik BMW M Ignite ein, ein patentiertes Vorkammer-Brennverfahren. Das System stammt aus den Rennwagen der Marke und soll den Verbrauch bei hoher Last senken sowie bei den kommenden Euro-7-Vorgaben helfen. Laut BMW sollen Kunden, die ihr Auto auf der Rennstrecke bewegen, mit derselben Kraftstoffmenge mehr Runden fahren können.
Auch eine Touring-Version bleibt im Programm, wie bei der aktuellen Generation. Die Kombivariante für den neuen M3 gilt als bestätigt, und ein elektrischer M3 Touring ist möglich, weil auch der normale i3 eine Touring-Variante erhalten soll. Beim Benziner wird nur eine leicht höhere Leistung als beim aktuellen M3 Competition erwartet, der 523 PS und 650 Nm leistet.
- Elektrischer M3: vier Motoren, Vorstellung für 2027 erwartet.
- Benzin-M3: Reihensechszylinder und Hybrid-Unterstützung.
- M3 Touring: Kombiversion für die nächste Generation bestätigt.
- Möglicher elektrischer M3 Touring: im Zusammenhang mit dem geplanten i3 Touring.
Fazit
Der elektrische BMW M3 wird nicht allein über seine Leistung definiert, denn BMW stellt Präzision, Momentverteilung und standfeste Rennstrecken-Performance in den Vordergrund. Wenn das Serienauto breite Karosserie, vier unabhängige Motoren und eine Batterie mit mehr als 100 kWh übernimmt, wird es die größte technische Veränderung in der M3-Baureihe, ohne den Fokus auf das Fahrverhalten des Sport-Sedans aufzugeben.