Was ist neu
Der Range Rover GT wird das fünfte Modell der Baureihe und das erste flach gezeichnete elektrische Viertürer-Coupé dieser Art. Der Verkauf soll im Jahr 2027 beginnen, parallel zu den bestehenden Modellen sowie zum elektrischen Range Rover und Range Rover Sport. Die Bezeichnung GT beschreibt die Rolle des Fahrzeugs: ein langer, geräumiger und schlanker Gran Turismo, der sich deutlich von der klassischen zweigeteilten SUV-Form der Marke entfernt.
Die Fastback-Silhouette verändert die Proportionen klar sichtbar. Die stark geneigte Frontscheibe geht in eine Dachlinie über, die kurz hinter der Mitte des Hinterrads abfällt, während die Heckscheibe schräger steht als beim Velar. Das zulaufende Heck soll der Aerodynamik und der Reichweite helfen, und das Verhältnis aus schmalem Glashaus und hohen Blechflächen sorgt für einen Coupe-SUV-Auftritt.
Auch der Innenraum wurde gezeigt und setzt auf sehr gerade horizontale Linien. Über die ganze Breite des Cockpits verläuft ein dezenter Luftausströmer, darunter liegt eine von Ambientelicht beleuchtete Ablage, die von einem Klavierdeckel inspiriert ist. Die flache Oberseite des Armaturenbretts ist mit Stoff bezogen, dessen poröse Struktur den Klang eines verdeckten Mittellautsprechers durchlässt.
Physische Tasten gibt es nur in geringer Zahl, vor allem am Lenkrad und im üblichen Schalterfeld der Armlehne. Der zentrale OLED-Bildschirm misst 13 Zoll und ist 17 mm dick, ergänzt von einem digitalen Fahrerdisplay und einem serienmäßigen Head-Up-Display. Die Anzeigen sollen Funktionen nicht dreifach wiederholen, sondern Informationen dort darstellen, wo sie jeweils am sinnvollsten sind.
- Als genannte Konkurrenten treten BMW iX3 und Volvo EX60 auf.
- Für den Innenraum sind drei Kombinationen vorgesehen: dunkel einfarbig, hellgrau einfarbig und eine zweifarbige Topausführung.
- Im Fond wird es wahlweise eine sportliche Viersitzer-Anordnung oder eine normale Rückbank für fünf Personen geben.
Technik und Daten
Unter der Karosserie führt der GT die neue Electric Modular Architecture von JLR ein, eine zuerst für Elektroantrieb ausgelegte Plattform. EMA ist für mittelgroße Fahrzeuge vorgesehen und startet im GT als reine Elektroversion. Ein Hybrid wurde wieder in den Produktplan aufgenommen, wird aber zum Marktstart 2027 nicht fertig sein und frühestens 2028 erwartet.
Viele Komponenten, darunter Batterie, elektrische Antriebseinheiten, Thermomanagement und Software, stammen aus dem größeren Range Rover Electric und dem Range Rover Sport Electric. Die prismatischen Zellen sollen später aus der Tata-Gigafactory in Bridgwater in Somerset kommen. Die Cell-to-Pack-Bauweise spart Teile des Batteriegehäuses, reduziert Gewicht und Kosten und erlaubt mehr Zellen pro Modul.
Batterie, Reichweite und Laden
EMA kann eine Batterie mit bis zu 120 kWh aufnehmen, die in einer einlagigen Wanne zwischen den Achsen sitzt. Das Paket wiegt 736 kg und senkt damit zusätzlich den Schwerpunkt. Mit einer Batterie von mehr als 100 kWh soll der GT auf rund 805 km Reichweite zielen, unterstützt durch sorgfältig ausgearbeitete Aerodynamik und einen Ein-Pedal-Fahrmodus mit starker Rekuperation.
Das Bordnetz arbeitet mit 800 Volt. Die maximale Gleichstrom-Ladeleistung soll bei etwa 350 kW liegen, der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll möglichst nahe an 20 Minuten herankommen. Das Startmodell wird mit Allradantrieb erwartet, passend zum Anspruch der Marke, auch abseits befestigter Straßen einsatzfähig zu sein.
JLR entwickelte die Elektromotoren selbst, nachdem der Hersteller 18 Monate lang nach Zulieferern gesucht hatte, die niedrige Geländegeschwindigkeit und hohe Effizienz auf der Straße vereinen konnten. Die Electric Drive Units nutzen permanent erregte Synchronmotoren und Siliziumkarbid-Inverter. Im großen Range Rover Electric treibt je eine Einheit eine Achse an und liefert zusammen 542 PS und 850 Nm; solche Werte sind für den GT nicht ausgeschlossen, daneben sind schwächere Versionen vorgesehen.
| Parameter | Wert |
|---|
| Plattform | Electric Modular Architecture |
| Batterie | bis 120 kWh, 736 kg Paketgewicht |
| Reichweite | Ziel rund 805 km |
| DC-Laden | etwa 350 kW |
| Laden 10-80% | möglichst nahe an 20 Minuten |
| Antrieb | Allradantrieb |
Terrain Response soll Antrieb und Fahrwerk für Sand, Gras, Schotter, Schnee und Felsklettern abstimmen. Der große Range Rover Electric ist auf eine Wattiefe von 900 mm ausgelegt, also auf dem Niveau des Verbrenners, und dieser Wert dient im Elektroprogramm der Marke als Bezugspunkt. Integrated Traction Management soll Schlupf 100-mal schneller erkennen und beseitigen als ein mechanisches System.
Märkte, Preise und Verfügbarkeit
Der Verkauf ist für 2027 vorgesehen, die Produktion soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 anlaufen. Gebaut wird der GT im modernisierten Werk Halewood auf Merseyside, auf derselben Linie wie Evoque und Discovery Sport. JLR hat 250 Millionen Pfund in Halewood investiert, ein neues Montagegebäude für Elektrokarosserien errichtet und Lackier- sowie Endmontagelinien für ein rund 4,8 m langes SUV angepasst.
Bei der EMA-Karosseriemontage setzen Roboter Türen und Glasscheiben ein, um genaue Spaltmaße zu erreichen. Der Einbau der Batterie wird eng überwacht, weil das Gewicht des Pakets sonst die Ausrichtung der Bauteile beeinflussen könnte. Auch die Lackiererei wurde erweitert, damit mehr kontrastierende Dachfarben umgesetzt werden können.
Preis, Versionen und Platzangebot
Der aktuelle Velar mit Benzin-, Diesel- und Plug-in-Hybridantrieben startet bei rund 57.000 Pfund. Der Preis des elektrischen GT ist noch nicht bestätigt, erwartet werden jedoch mehr als 70.000 Pfund. Exakte Fahrleistungen, endgültige Ausstattungslinien und eine vollständige Marktliste wurden nicht genannt.
Der Fond ist auf das Raumgefühl eines Gran Turismo ausgelegt. Angegeben werden acht Zoll Knieraum, also rund 20 cm, und Range Rover nennt den GT geräumiger als BMW iX3 und Volvo EX60. Das größte Panoramadach in der Geschichte von Range Rover soll die Kopffreiheit nicht nennenswert einschränken, während das halbkreisförmige Telematikmodul im Dach über dem fünften Sitz schmaler wird.
In der Viersitzer-Konfiguration klappt hinten eine Mittelarmlehne herunter, deren Bildschirm Sitzheizung, Sitzkühlung und Fondklima steuert. Die verlängerte vordere Mittelkonsole, intern als Brücke bezeichnet, besitzt eine durchscheinende Schiebeabdeckung über zwei induktiven Ladeschalen; ein ähnliches Prinzip gibt es im Fond. Beim Fünfsitzer wandert der Klimabildschirm an die Rückseite der vorderen Konsole, und alle Sitze lassen sich flach umlegen.
Die geformten Sitze sind mit Ultrafabric bezogen, das sich lederähnlich anfühlt, durch seine Elastizität aber mehr verdeckte Nähte ermöglicht. Außerdem soll es weniger stark auf extreme Temperaturen reagieren. Innenraumdesigner Lee Perry sagt, dass sich der Beifahrer selbst bei 209 km/h auf dem JLR-Testgelände mit Personen im Fond unterhalten kann, ohne sich umzudrehen.
Fazit
Der Range Rover GT tritt als besonders straßenorientiertes Modell der Marke an und kombiniert eine flache Fastback-Karosserie mit großer Batterie, 800-Volt-Technik und Allradantrieb. Offen bleiben vor allem der endgültige Preis, die kompletten Fahrleistungen und die spätere Hybridversion, die zum Start des Elektroautos nicht bereitsteht.