Was ist neu
Der Aston Martin Valhalla absolviert die letzten Straßen- und Streckentests, bevor die Produktion im zweiten Quartal 2025 anlaufen soll. Das Auto wurde Ende des vergangenen Jahres vollständig gezeigt und wird nun auf Straßen in Großbritannien sowie auf dem IDIADA-Testgelände nahe Barcelona erprobt. Geplant sind nur 999 Exemplare, damit bleibt der Mittelmotorsportwagen mit Hybridantrieb eine streng limitierte Baureihe.
Das Serienauto entspricht nicht mehr exakt dem Fahrzeug, das vor mehr als drei Jahren erstmals gezeigt wurde. Die wichtigste Änderung betrifft die Leistung, denn Aston Martin bestätigt nun rund 100 bhp mehr als zunächst angekündigt. In der endgültigen Ausführung leistet der Valhalla 1064 PS und liefert 1100 Nm, erzeugt von einem doppelt aufgeladenen V8 mit Unterstützung durch drei Elektromotoren.
Simon Newton, Director of Vehicle Performance and Attributes, erklärte, dass die große dynamische Bandbreite des Autos den Entwicklungs- und Fahrdynamikteams viele Aufgaben gestellt habe. Nach seinen Angaben lag der Schwerpunkt darauf, aktive Aerodynamik und integrierte Regelsysteme so abzustimmen, dass der Wagen auf Straße und Rennstrecke funktioniert. Aston Martin verweist außerdem auf die direkte Beteiligung des Formel-1-Programms an der Entwicklung.
Technik und Daten
Antrieb, Fahrwerk und Aerodynamik
Der Valhalla ist der erste Plug-in-Hybrid von Aston Martin und das erste Modell der Marke mit einer ausdrücklich vorgesehenen elektrischen Reichweite. Im Zentrum steht ein 4,0-Liter-V8-Benziner, der mit drei Elektromotoren zusammenarbeitet. Zwei Elektromotoren in Radialfluss-Bauweise sitzen an der Vorderachse, ermöglichen Torque Vectoring und erlauben rein elektrisches Fahren über bis zu 13 km.
Die Struktur basiert auf einer eigens entwickelten Wanne aus Kohlefaser, ergänzt durch Aluminium-Hilfsrahmen vorn und hinten. Das Fahrwerk orientiert sich am Motorsport: vorn gibt es Doppelquerlenker mit Pushrod-Anordnung sowie innenliegenden Federn und Dämpfern, hinten eine Fünflenkerachse. Statt der ursprünglich vorgesehenen Multimatic-Komponenten verwendet Aston Martin Bilstein-DTX-Dämpfer, die auch in den Frontmotor-Modellen der Marke eingesetzt werden.
Für den Sprint von 0 auf 100 km/h nennt Aston Martin einen Wert im Bereich von rund 2 Sekunden, wobei der vorliegende Text die vollständige Angabe nach der Ziffer 2 abbricht. Die Bremsanlage nutzt Carbon-Keramik-Scheiben mit 410 mm Durchmesser vorn und 390 mm hinten. Vorn greifen Sechskolben-Sättel zu, hinten Vierkolben-Sättel. Die elektrisch unterstützte Lenkung arbeitet mit dem neuesten Fahrdynamik-Managementsystem zusammen.
- Systemleistung: 1064 PS,
- Drehmoment: 1100 Nm,
- Antrieb: Plug-in-Hybrid-V8 mit drei Elektromotoren,
- Vorderräder: 20-Zoll-Felgen,
- Hinterräder: 21-Zoll-Felgen,
- Option: Magnesiumräder mit Michelin Pilot Sport Cup 2, die die ungefederte Masse um 12 kg senken.
Zur aktiven Aerodynamik gehören ein verstellbarer Frontsplitter und ein ausfahrbarer Heckflügel. Diese Elemente arbeiten mit den passiven und aktiven Luftführungen der Karosserie zusammen, wobei Aston Martin auf Erfahrungen aus dem Valkyrie-Projekt verweist. Serienmäßig sind speziell entwickelte Michelin Pilot Sport S 5 montiert, während das optionale Magnesiumrad-Paket die stärker auf den Rundkurs ausgelegten Cup-2-Reifen umfasst.
| Parameter | Wert |
|---|
| Leistung | 1064 PS |
| Drehmoment | 1100 Nm |
| Elektrische Reichweite | bis zu 13 km |
| Bremsscheiben | 410 mm vorn, 390 mm hinten |
| Räder | 20 Zoll vorn, 21 Zoll hinten |
| Geplante Produktion | 999 Exemplare |
Innenraum und Ausstattung
Der Innenraum ist schlicht und stark vom Motorsport geprägt, mit viel geschnittenem Carbon-Verbundmaterial in der Hauptstruktur des Armaturenbretts und in der schmalen Mittelkonsole. Anders als die Frontmotor-Sportwagen der Marke besitzt der Valhalla eine engere Kabine, in der die beiden Sitze dicht beieinander stehen. Auf der unteren Konsole sitzen der Gangwahlschalter, der Fahrmodus-Schalter und zwei senkrechte Luftausströmer.
Zwei digitale Anzeigen stammen aus den jüngeren Aston-Martin-Modellen: ein 12,3-Zoll-Touchscreen in der Mitte und ein 10,25-Zoll-Fahrerdisplay. Das kleine Lenkrad besitzt einen eigenen Kranz, seine Haupttasten und die Nabe kommen jedoch aus anderen Aston-Modellen und damit teilweise aus dem Mercedes-Umfeld. Zur Serienausstattung zählen adaptive Matrix-LED-Scheinwerfer, Zweizonen-Klimaanlage und mehrere Fahrerassistenzsysteme.
- autonomer Notbremsassistent,
- Frontkollisionswarnung,
- aktiver Tempomat,
- Totwinkelüberwachung,
- Rückfahrkamera,
- optional erhältliches Rundumsicht-Kamerasystem.
Märkte, Preise und Verfügbarkeit
Die Produktion des Valhalla soll im zweiten Quartal 2025 beginnen, nachdem die abschließende Validierung auf britischen Straßen und auf der spanischen Teststrecke abgeschlossen ist. Aston Martin nennt keine genaue Lieferplanung und keine Aufteilung der 999 Fahrzeuge auf einzelne Märkte. Bestätigt ist jedoch die kleine Stückzahl, die die Verfügbarkeit bereits vor Produktionsstart begrenzt.
Der voraussichtliche Preis liegt bei £850,000 pro Fahrzeug. Diese Summe wird als wahrscheinlicher Preis beschrieben, nicht als vollständige offizielle Preisliste mit Versionen und Optionen. Angaben zu konkreten Verkaufsmärkten, ersten Kundenauslieferungen, Garantie, Optionspreisen oder direkten Wettbewerbern werden nicht genannt.
In der Modellpalette folgt der Valhalla der technischen Linie des Valkyrie und steht zugleich neben der stark überarbeiteten Sportwagenfamilie der Marke. Lawrence Stroll beschrieb ihn bei der früheren Präsentation 2021 in Silverstone als ersten in Serie produzierten Mittelmotorsupersportwagen von Aston Martin. Außerdem verband er den Auftritt in Silverstone mit dem Aston Martin Cognizant Formula One Team und der Rückkehr der Marke zum Großen Preis von Großbritannien nach mehr als 60 Jahren.
Fazit
Der Valhalla kombiniert eine auf 999 Fahrzeuge begrenzte Produktion, einen Plug-in-Hybridantrieb mit 1064 PS und ein Fahrwerk mit klarem Bezug zur Rennstrecke. Entscheidend ist, dass das Auto nach langer Entwicklung nun kurz vor der Produktion im zweiten Quartal 2025 steht und die letzten Tests Antrieb, aktive Aerodynamik und Regelsysteme als Gesamtpaket abstimmen sollen.